Giftmörder Chapman erlebt Wiederauferstehung

Der Krimi-Autor Mario Schubert aus Hohenstein-Ernstthal hat ein Faible für perfide Morde

© Freie Presse |  Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG | 12. Juni 2018 


George Chapman (1865 bis 1903) war kein Guter. Der Mann hat einst in London drei ahnungslose junge Frauen um die Ecke gebracht. Chapman ist als einer der berühmtesten Giftmörder in die Geschichte eingegangen. Jetzt erlebt der skrupellose Killer so eine Art Wiederauferstehung. Zu verdanken ist das dem Krimi-Autor Mario Schubert (47) aus Hohenstein-Ernstthal. Er arbeitet hauptberuflich als Leiter des Daetz-Centrums in Lichtenstein und ist außerdem noch Schöffe am Landgericht in Zwickau. Auch in seiner neuen Kriminalerzählung geht es um einen Giftmord. Titel der fiktiven Story: "Dämonenaugen". Der Name des Killers: Georg Scheppmann. Die Geschichte ist in einer neuen erweiterten Auflage der Anthologie "Giftmorde 1" erschienen. "Die Handlung führt den Leser in die Küche einer Schülerspeisung", erzählt Mario Schubert. Dort arbeitet eben dieser Georg Scheppmann, ein Mensch, der Schüler hasst, weil die Krach machen und seinen Vorgarten zumüllen. So kommt es schließlich zu seinem folgenschweren Entschluss: "Mittels Gift werde ich mir Ruhe verschaffen." Der wahre Chapman verwendete bei seinen Morden das Gift Antimon. Der Scheppmann von heute setzt dagegen – wie es auch der Titel der Erzählung verrät – auf Dämonenaugen. Er versetzt den Nachtisch mit einer eingekochten Fruchtmasse aus Tollkirschen. (erki)


© Freie Presse | 12. Juni 2018